Austausch des Instrumententrägers

 

Wohl jeder Besitzer eines Porsche 944 der ersten Baujahre wird sich schon oft darüber geärgert haben, dass die Oberseite des Instrumententrägers, landläufig auch als “Armaturenbrett” bezeichnet, im Laufe der Jahre von mehr oder weniger großen Rissen geprägt wird. Der Unterbau besteht aus einem leichten, in Form gepressten Material mit hohem Papier- oder Pappeanteil. Die Oberseite ist mit einem dünnen Schaumstoffmaterial überzogen. Die Risse entstehen wohl durch Materialveränderungen infolge UV-Einstrahlung und Temperaurschwankungen. Je nach Alter und Materialbeanspruchung sind sie unterschiedlich groß.
Bereits vor einiger Zeit habe ich für meinen 82er 944 einen rißfreien Instrumententräger aus einem verunfallten 924 S des Baujahres 1988 bei einem Verwertungsbetrieb relativ günstig erstanden. Nachdem ein Stein auf der Autobahn die Frontscheibe zertrümmert hatte, war die Gelegenheit günstig, endlich an den Austausch des Instrumententrägers zu gehen.
Für diese Arbeiten braucht man vor allem Zeit und den nötigen Platz in einer Werkstatt oder einer nicht zu kleinen Garage.
Benötigte Werkzeuge: Kreuzschlitzschraubendreher (auch einen abgewinkelten), Schraubendreher, 6er Inbus, 10er und 24er Nuß, Kabellampe. Ein Lötkolben kann notwendig werden, um ggf. marode Lötstellen nachzulöten, desweiteren sollte man eine Crimpzange und diverse Kabelverbinder parat liegen haben. Die eine oder andere Überraschung wartet bestimmt auf den Bastler. Auch diverse Sortierkästen und Zettel und Kuli zum Beschriften erleichtern das spätere Zuordnen der diversen Schrauben und Muttern zu den jeweiligen Baugruppen.

Zuerst werden das Kassettenfach auf der Mittelkonsole und die Ablage unter dem Handschuhfach abgeschraubt. Das Handschuhfach ist an der Unterkante mit drei und innen oben hinter dem Deckel mit zwei Schrauben befestigt. Die Gitterabdeckung für den zentralen Lautsprecher ist nur gesteckt und kann einfach ausgehebelt werden.
Die Mittelkonsole ist unter dem Aschenbecher mit zwei Sechskantschrauben und vorn am Instrumententräger seitlich oben mit zwei Kreuzschlitzschrauben befestigt. Nach Lösen der Schrauben kann sie gänzlich nach hinten gezogen und abgehoben werden. Vorher noch die Schalthebelmanschette und das Radio ausbauen, die Bedienknöpfe für die Heizungsregulierung abziehen und die Blende abschrauben (zwei senkrechte Kreuzschlitzschrauben über dem Radioschacht) und das Element für die Heizungsbedienung abschrauben. Die Verkabelung für die Instrumente in der Mittelkonsole wird hinter dem Instrumententräger in einem zentralen Stecker zusammengeführt, das “Entkabeln” der einzelnen Instrumente ist also nicht erforderlich. Lediglich der Schalter für die Nebellampen und das Warnlicht für die Handbremse sind gesondert gesteckt. Achten sollte man auf die korrekte Verkabelung der kleinen Wippschalter vor dem Aschenbecherausschnitt für die elektrische Spiegelumschaltung rechts / links (Sonderausstattung, nicht bei allen Modellen vorhanden)  und Heckwischer (ebenfalls Sonderausstattung).
Es folgt der Ausbau des Lenkrades, des Lenkstockschalters und der Hauptinstrumente, der Träger für dieselben ist mit zwei senkrechten Kreuzschlitzschrauben oben am Instrumententräger fixiert, an der Unterseite ist er gesteckt. Fummelig ist das Lösen des (mechanischen) Tachoantriebs (am besten von unten links), die Kabelstränge für die Instrumente sind ausreichend lang und können bequem abgezogen werden
Es folgt der Ausbau der Verkleidungen der A-Säulen, diese sind mit jeweils drei Schrauben befestigt. Achtung: die oberen Schrauben sind senkrecht eingeschraubt, ein kleiner Spiegel oder entsprechende Verrenkungen helfen beim Auffinden.
Der Instrumententräger selbst ist mit insgesamt sieben Schrauben an der Karosserie fixiert, je zwei Kreuzschlitzschrauben an der Oberseite hinter den A-Säulen-Verkleidungen und an der Unterseite links und rechts, dazu zwei Halter hinter der Mittelkonsole und eine zentrale Schraube hinter dem mittleren Lautsprecher. Dann kann der Instrumententräger herausgenommen werden.
Der Einbau wird in umgekehrter Reihenfolge vorgenommen. Das Fehlen der Frontscheibe hat den Austausch sehr vereinfacht.

Weitere Anmerkungen: Das Design und das technische Layout der Belüftungskomponenten hat sich von 1982 bis 1988 geändert. In meinem Fall war ein Austausch der Belüftungsdüsen erforderlich, weil das Mittelteil nicht kompatibel war. Die Teile sind nur gesteckt, daher ist der Austausch völlig unproblematisch. Auch die Hilfsträger hinter der Mittelkonsole waren unterschiedlich lang, so dass ich sie austauschen musste. Deshalb mein Tipp: Beide ausgebauten Instrumententräger nebeneinander legen und genau vergleichen!
Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich alle Birnchen der Instrumentenbeleuchtung ausgewechselt, der Effekt ist verblüffend.
 

 

Ein trauriger Anblick, den man beizeiten ändern sollte

 

Die Kabelbelegung der Schalter in der Mittelkonsole

 

Der ausgebaute Instrumententräger: Karosseriebefestigungspunkte und Einsätze für Luftführungen und Schalter

 

Die drei Hauptinstrumente von hinten: zwei Kombistecker sorgen für den richtigen Anschluß

 

Ohen Frontscheibe läßt es sich bequemer arbeiten. Uwe, auch Grobi gerufen, bei der Montage

 

Langsam wächst alles wieder zusammen

   

Dieser Anblick entschädigt für die Mühen des Umbaus, hier kurz vor der Vollendung.

   

Bedanken möchte ich mich bei Uwe für seine tatkräftige Unterstützung und vor allem bei Christoph, dem Chef von Cartechnik, der mir für die arbeiten einen Platz in seiner Werkstatt zur Verfügung gestellt hat.

 

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